Die ersten Spuren einer Bevölkerung gehen auf die Steinzeit, die Jahren 8000-4000 v. Chr., zurück. Nach den Kelten 800 und 300 v. Chr. wurde das schweizerische Mittelland um 15 v. Chr. Teil des römischen Reiches. Ab dem VI J.h. wird die Gegend durch die germanischen Alemannen kontrolliert, die auch das Christentum einführen. Auf der Fläche, die heute dem Kanton Luzern angehört, werden viele Klöster gebaut. Eines davon trägt den Namen "Luceria" (750 n. Chr.) in der nähe dessen dann die Stadt Luzern entstehen wird. Deren Namen erstmals um 840 gemacht wird und die Bedeutung "Sumpfiger Ort" trägt.
Der Fluss
Schon vom Namen "Sumpfiger Ort" kann man verstehen, dass es an Wasser nicht mangelt. Die Stadt wird mittels des Flusses Reuss in zwei geteilt. Dieser diente als Energiequelle um die Mühlen anzutreiben. Durch die Reuss entstehen die zwei Teile der Stadt: Links die Kleinstadt und rechts die Grossstadt.
Der See
Die Stadt liegt am nord-westlichen Ufer des Vierwaldstättersees der, wie später erwähnt, eine grosse Rolle in der Veränderung des Stadtbildes spielt.
Muern und Brücken
1386 wurde eine Mauer um die Stadt gebaut, die Museggmauer, die 400 Jahre später teilweise zerstört wurde. Um die Wasserzugänge zu sperren wurden die Kappellbrücke (siehe Foto 1), die Spreuerbrücke (siehe Foto 2) und die Hofbrücke gebaut.


Die Öffnung der Stadt
Bis 1897 war Luzern ein wichtiger Knotenpunkt für den Güterverkehr zwischen Süd und Nord, da der Vierwaldstättersee die einzige Verbindung zwischen Flüelen und Luzern war (siehe Dokument 1). Die Güter wurden, nachdem sie den Gotthardpass passiert hatten, auf Schiffe verladen und bis Luzern gefahren. Dort wurden sie von den Schiffen wieder auf Strassenwagen umgeladen. Die Menge der transportierten Güter stieg Ende der 1820er Jahren an, als die Gotthardstrasse für von Pferde gezogenen Wagen passierbar gemacht wurde. So kamen ab dem 29. Juli 1837
erstmals Dampfschiffe zum Einsatz, die die Reisedauer von 9 Stunden auf zweieinhalb Stunden verkürzten. Mit dem Einzug der Gotthardbahn 1897 wurden diese Güterschiffe für touristische Zwecke umfunktioniert. So veränderten sich auch die Ansprüche der Reisenden, die nun nicht mehr Güter umschlagen mussten. Diese Änderung hatte einen grossen Einfluss auf die Struktur der Stadt, die bis dato ein mittelalterliches Nest, in sich geschlossen, war, durch Mauern und Brücken (siehe Dokument 2).

Die Stadt begann sich in Richtung des Sees zu öffnen, in dem eine Plattform gebaut wurde um die Sicht über den See und die Berge zu bewundern, die man vorher von der Hofbrücke aus bewunderte (siehe Foto 3).

Nicht zuletzt wurde die Änderung des Stadtbildes durch ein Feuer ausgelöst, das in der Nacht zwischen dem 12. und dem 13. Juni 1833 ausbrach. In diesem Brand, an dem heute das Brandgässli erinnert, wurden elf Häuser zerstört, mitunter auch das Hotel Schwanen. Der nachfolgende Besitzer schüttete den Boden vor dem Hotel auf, um einen Platz zu schaffen. Damit zerstörte man auch das Ende der Hofbrücke und die zwei Ledertore (eines diente als Zugang zum Schiffssteg, das andere als Zugang zur Hofbrücke). 1835 wurden weitere 75 Meter der Hofbrücke abgerissen und der Schwanenplatz wurde der Öffentlichkeit, der Stadt, übergeben. Früh wurde aus dem Schwanenplatz ein wichtiger Punkt der Stadt und es wird die Vergrösserung des Platzes beantragt aufgrund der grösseren Menge an Güter und Wagen am Tag des Marktes. Diese Erweiterung wird 1839 erfolgen, mit dem Abriss eines weiteren Teils der Brücke.
1844 baute man ein zweites Hotel am Seeufer: den Schweizerhof, das erste Luxushotel der Stadt (siehe Foto 4), das das touristische Symbol der Stadt Luzern wurde.

Am 4. August 1845 (zwei Wochen vor der Eröffnung des Schweizerhofs) entschied man sich dafür weitere 100 Meter der Brücke abzureissen (es blieben noch 120 übrig), um den Schweizerhofquai zu bauen (der zwischen 1895 und 1896 dann um 10 Meter verbreitert wird). Der Schweizerhofquai ist eine Promenade (siehe Foto 5 und 6),


die sich rechtwinkelig dem Schwanenplatz anschliesst und dann weitergezogen wird bis sie sich mit dem Kurplatz verbindet (1852). 1909 wird die Quaistrasse asphaltiert.
Es folgte der Bau weiterer Hotels, wie z.B. "Englischer Hof" und "Hotel Rigi". In den folgenden Jahren gingen einige dieser neu gebauten Hotels in den Konkurs. Der Ausbau des Schienennetzes in Europa brachte zwar mehr Touristen, jedoch stieg die Geschwindigkeit der Mobilität und der Süden, das Mittelmeer, rückte näher.
So entstand ein Kontrast zwischen dem Nest des Mittelalters und dem Quais das sich zum See hin öffnete.
Nach der Wirtschaftskrise 1870, wurde 1882 das Spielkasino gebaut (das schon 1849 gefragt, aber mehrmals abgelehnt wurde). Die Luzerner öffnen sich dem Tourismus. Schon am 15 September 1883 ging das Kasino jedoch Konkurs.
Gegen Ende des Jahrhunderts steigt die Zahl der Hotels, Villen, usw. die Stadt dehnt sich aus. Nur dank den Druckkanalisationen, wurde die Ausbreitung über die umliegenden Hügel möglich (siehe Foto 7).

Die Erweiterung des Quais setzte auch 1871 fort, wie auch die Herrschaft des Tourismus: 1884 baute man, nach vielen Diskussionen und Ängste dass eine Badeanlage die Menschen die sich auf dem Quai aufhalten möchten stören könnte, das Lido und Tennisplätze (1901). Nach dem ersten Weltkrieg wird die Vergrösserung des Quais vernachlässigt und gestoppt, bis 1923 die Stadt einen Kredit anforderte um ihn zu vollenden (siehe Foto 8).

Nach der Öffnung in Richtung des Sees, ist es an der Zeit der Öffnung in Richtung des Inlandes (siehe Dokument 3)

und vor allem des Verkehrsnetzes in diese Richtung. Schon 1819 hatte ein gewisser Louis Pfyffer von Whyer Pläne auf Beispiel von Paris gemacht, in diesen Plänen wären die Grenzhäuser durch einfache Barrieren ersetzt worden.
Als erstes fiel 1833 das Sentitor mit Mauer, doch die systematische Vernichtung der Mauer fand in den '50er Jahren Statt. Ausser den Museggtürmen, wurden die Türme als Gefängnis benutzt. Man dachte, dass mit dem Fall der Mauern, mehr Licht und mehr Luft in die Stadt und auf die Strasse fallen würden, was eine verbesserung deer Gesundheit, positive Energie und eine generelle Verschönerung mit sich gebracht hätte. So verschwanden in der Kleinstadt das Krienstor (1856), der Kesselturm (1857) und das Baslertor das nördlichste Tor (1862). Das Bruchtor stand noch neun Jahre lang nachdem ein Feuer ausbrach und es 1867 abgerissen wurde. Ausserdem verschwanden das Kropftor (1891) und der Gütschturm, nach einem Brand 1921 wurden sie nicht mehr aufgebaut und so verschwand das ganze Mauersystem der Kleinstadt.
In der Grossstadt fiel 1860, nach dem Hoftor und dem Ledertor, das innere Weggistor (dessen Abriss schon 1851 mit einer von 30 Leuten unterschriebenen Petition gefordert wurde) wegen dem Bau der Alpenstrasse. 1862 fiel das äussere Weggistor, 1863 fiel der Rosengartenturm und im nächsten Jahr das Graggentor.
Der Abriss der Türme und der Mauern erwecken in der Bevölkerung keinerlei Gefühle von Beibehaltung Werke historischem Wert und historischer Wichtigkeit.
Erst nach dem Fall des Burgerturms hat die Luzerner Zeitung damit begonnen die Abrisse zu kritisieren, sie schrieb dass man mit der Zerstörung der Türme und der Mauern die Stadt einem Dorf gleich macht. Darum liess man die Museggmauer und ihre Türme stehen (siehe Foto 9).

Es wurden nur einige Durchgänge geschaffen für die Strassen (z.B. Nölliturm => St. Karli Quai).
1859 wurde ein Güterbahnhof gebaut, daher verlor der Kappellplatz seine Güterumschlagfunktion. Die Sust, die dazu benutzt wurde die Güter vor Wetter und Langfingern zu beschützen, wurde 1862 abgerissen. Das Material vom Abriss verwendete man um die Bahnhofstrasse auszubauen, somit verwendete man einen Teil der Geschichte um etwas neues zu bauen. Um die Bahnhofstrasse zu bauen 1833-1837 riss man das Ende der Kapellbrücke auf der linken Seite des Flusses ab und man verkaufte es einem genfer Sammler. Der Schnitt der Kapellbrücke definierte die Luzerner Zeitung als "Ein Akt von Vandalismus".
1870 wurde die Seebrücke gebaut, die das Bahnhofsareal mit dem Kapellplatz verbindet.
Die Ausbreitung der Stadt
1350 zählte die Stadt Luzern etwa 4000 Einwohner. Im fünfzehnten J.h. ging die Einwohnerzahl zurück, erst 1800 zählt man wieder 4300 Einwohner. 1850 werden es deren 11'000 sein. Bei Voraussetzung eines stetigen Wachstums von 1800 bis 1970, wie von 1800 bis 1850 (das heisst etwa 134 neue Einwohner im Jahr), würde man 1970 die Einwohner auf 27'080 schätzen. In Wirklichkeit waren es 1970 jedoch 70'000.
Von 1400 bis 1800 blieb die Einwohnerzahl relativ stabil. Von 1850 bis 1970, also in 120 Jahren stieg die Einwohnerzahl kräftig an. Daher ist es auch in diesen Jahren, dass sich die Stadt besonders ausgebreitet hat.
Heute (Dezember 2003) zählt die Stadt 57'253 Einwohner (Foto 10 bis 12).



Zuerst breitete sich die Stadt in Richtung Sedel aus, nach dem Bau des neuen Bahnhofs (Kopfbahnhof, 1895) der den Brünigbahnhof ersetzte der 6 Jahre zuvor eingeweiht wurde, breitete sich die Stadt in Richtung Kriens aus. Mit dem neuen Bahnhof, baute man die Basis des heutigen Luzerns (siehe Dokument 4). Im XX J.h. begann man die Hügel zu bebauen (am linken Ufer das Steinhofquartier und am rechten die St. Karli Strasse, Geissmattstrasse und Bramberg).
Bibliographie
AAVV, INSA: Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920: Städte, Vol. 6, Orell Füssli, Zürich, 1982
Luzern Tourismus, City Guide, Luzern, 2004
Luzern Tourismus, Culture, Luzern, 2004
http://www.lu.ch/index/kurzportraet/vorzeit.htm, 2004, abgerufen 13.10.2004
Webseite des Kantons und der Stadt Luzern
http://de.wikipedia.org/wiki/Vierwaldstättersee, 2004, abgerufen 22.10.2004
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